Februar 2008

07

Februar

Es war Mord - und schwarzer Tee

 

5-Uhr-Tod

"Fünf-Uhr-Tod — Schwarzer Tee und schwarze Geschichten" - das im Januar erschienene Buch-plus-Tee-Set klingt nach einer guten Idee, besonders zum Verschenken - doch was genau ist drin?

Da ist zum einen die rechteckige 200g-Teedose in silber mit Aufdruck des Buchtitelbildes. Gefüllt mit - logischerweise - schwarzem Tee, sauber verpackt in durchsichtiger Plastikfolie. Als Beilage das Büchlein im Postkartenformat, passt in jede Handtasche oder anders: noch kleiner wird’s schwierig.

Schön.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ich es schaffe, um 5 Uhr Tee trinkend Krimis zu lesen, ist genau 0,1%, aber der Gedanke daran ruft eine gewisse Urlaubssehnsucht hervor. Egal, mache ich eben 8 x Kurzurlaub, sind ja auch 8 Kurzkrimis.

Das Handtaschenbuch fängt gut an. Unter dem harmlosen Titel "Tea for two" schreibt eine rabenschwarze Feder, "Black Indigo", "Blood on the Breakfast-Room-Floor" oder "Und was ist mit Mord?" lassen dagegen nicht im Verborgenen, worum es geht. Leichtfüßig, herrlich makaber und mit einem guten Schuss Schadenfreude erzählt, verfehlen die Mini-Krimis ihre Wirkung nicht. Schmunzelnd und mit ein wenig Entsetzen liest man eine Geschichte nach der anderen - aber Achtung, bitte Pausen machen, man muss jede Story einzeln verdauen. Stilecht, trotz deutscher Autoren ab und an ‘very british’ und erstaunlicherweise nie geschmacklos, egal, ob Schädel gespalten oder Augen ausgehöhlt werden… - dafür sorgt schon der in jeder Geschichte erwähnte und eine meist wichtige Rolle spielende Tee mit seinem feinen Ambiente.

Apropos Tee, den beiliegenden aus der Dose trinke ich lieber morgens, als Vorbereitung auf den wie auch immer gearteten Tag. Leider steht nirgends, was genau ich da trinke… ich tippe auf Schwarztee aus Ceylon - womöglich Ceylon Five o’clock Tea?

Die beste der 8 Geschichten? "Margaret’s Hope." Ich liebe Überraschungen, und am besten finde ich, wenn ich nicht lange auf sie warten muss. (Das ist das Gute bei Kurzkrimis.)

Fazit:
Ein witziges, besonderes Geschenk - nichts für zarte Seelchen. Für mich wäre aber weniger Tee, dafür mehr Geschichten interessanter gewesen, denn diese gehen definitv zuerst aus.


Fünf-Uhr-Tod - Schwarzer Tee und schwarze Geschichten
Teinhaltige Kurzkrimis, KBV-Verlag, EUR 14,90

Ceylon Five o’clock Tea oder Margaret’s Hope bei www.teeblatt-shop.de.

 


02

Februar

Vorsicht Suchtgefahr!

Ich wäre nicht Mr. Tea, wenn ich nicht glauben würde, sowieso und überhaupt alles besser zu wissen und schon alles zu kennen. Es könnte so einfach sein, isses aber nicht…

Ein neuer Tee mit Namen China Milky Oolong: Assoziation China, o.k. kenn ich, Oolong, o.k. kenn ich auch, Milky kenn ich nicht, kann ja auch nicht so schwierig sein. Is ja nur Tee und nicht Raumfahrt.

Überraschung 1: Ich bestücke einen Teefilter mit dem neuen Tee. Oolong ist ja meistens nicht so kräftig. Mal ´ne gute Portion einfüllen, kann ja nicht schaden. Siehe da: Das kugelig handgerollte Blatt geht beim Aufbrühen auf wie ein Hefezopf und sprengt mir fast den Teefilter. Also in Zukunft etwas weniger grosszügig oder eben keine Teefilter verwenden.

Überraschung 2: Mein Milky Oolong zieht die dritte Minute vor sich hin, ich werd´schon ungeduldig, aber er nicht milchig. Messerscharf schliesse ich daraus, daß sich besagtes "Milky" wohl nicht wie vermutet auf die Optik, sondern auf Geschmack und Geruch bezieht, welcher sich angenehm nach Milch und Vanille duftend in der guten Stube ausbreitet. Somit ist er auch für Raumduft-Liebhaber geeignet.

China Milky Oolong


Überraschung 3: Er schmeckt genial und lecker, anders als alles, was ich bisher probiert habe. Ausserdem ist er definitiv  Gourmand-Vieltrinker-Getränk-tauglich. Heissgetränke jeglicher Art mache ich nur in Grossportionen ab einer 4-stelligen Milliliterzahl (Ausnahme: Espresso, wobei´s auch da gerne ein Doppio sein darf). Da bleibt schon auch gerne mal ein Rest übrig. Nicht so beim Milky Oolong…

Überraschung 4: Viele Tees behaupten ja von sich, nach dem ersten Brühvorgang nochmals aufgebrüht werden zu können und zwar ohne Geschmackseinbussen. Ich bin schon vielen Lügnern auf die Spur gekommen, aber der Milky Oolong hat mir die Wahrheit gesagt. Er schmeckt beim zweiten Brühvorgang genau so gut wie beim ersten Mal. Zu meiner grossen Überraschung - Puristen bitte weghören/weglesen - schmeckt er auch noch gut, wenn er kalt ist.

 




Suche: