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Juli
Teeherstellung: von weiß bis schwarz
Abgebrüht 18.07.2010, 04:14 UhrImmer wieder werden wir in unseren Läden gefragt, was denn eigentlich der Unterschied sei zwischen grünem und weißem Tee, und was eigentlich Oolong Tee heiße.
Hierzu haben wir mal eine kleine Übersicht gemacht:

Weißer Tee aus China:
Die ungeöffneten Blattknospen werden verwendet, kurz gewelkt und nicht fermentiert. Für 1kg weißen Tee benötigt man ca. 30.000 Blattknospen. Diese dadurch naturgemäß seltene Spezialität ist recht blass im Aufguss und schmeckt, je nach Anbaugebiet süßlich, aromatisch, lieblich, mild. Auch weißer Tee beinhaltet Koffein. Der Gelbe Tee (nicht in der Übersicht) ist eine noch größere Rarität - hier werden die leicht gewelkten Blattknospen ganz kurz fermentiert. Der Herstellungsprozess ist komplette Handarbeit, damit sehr aufwendig und zeitintensiv.
Grüner Tee:
abhängig von der Sorte wird der grüne Tee länger oder kürzer gewelkt, jedoch ebenfalls wie der weiße Tee nicht fermentiert. Der Fermentationsprozess wird je nach Anbaugebiet (China, Japan, Darjeeling, Assam, Taiwan) durch Erhitzen, Dämpfen oder Rösten aufgehalten. Danach werden die Blätter in Form gerollt, getrocknet, und nach Blattgraden sortiert. Ebenfalls koffeinhaltig - es gibt jedoch auch entkoffeinierte Sorten.
Oolong Tee:
hauptsächlich aus Taiwan bzw. China - die Fermentation wird durch Schütteln oder Schlagen der Blätter, was zum Aufbruch der Blattkanten und damit zum Kontakt mit Sauerstoff führt, erreicht. Die Kunst und die Unterschiede des Oolongs liegen in der Dauer der Fermentation, die bei den Sorten unterschiedlich lang erfolgt (in Taiwan deutlich kürzer). Man nennt ihn auch “halbfermentierten Tee”, was jedoch genau genommen nicht stimmt – manche Sorten werden nur 20% der Zeit fermentiert, manche dagegen 50%. Allen gemein ist jedoch, dass die Fermentation nur äußerlich erfolgt, der Blattkern bleibt unfermentiert. Der Geschmack ist je nach Anbaugebiet sehr unterschiedlich, der Aufguss erzielt eine große Farbpalette von blassgrün, über leicht orange bis zu Erdtönen.
Schwarzer Tee:
wird voll fermentiert. Klassischer schwarzer Tee kommt hauptsächlich aus Darjeeling (Geschmack: mild und jung), Assam: (Geschmack: kräftig, malzig) oder Ceylon (Geschmack: mittelkräftig), viele kleinere Gebiete finden sich aber auch in anderen Teilen der Welt (Afrika, Südamerika). Auch aus China kommen manche Schwarztees, diese schmecken z.T. sehr speziell. So ist aus China der legendäre Rauchtee “Tarry Lapsang Souchong” bekannt – der Geruch erinnert manchen an geräucherten Südtiroler Bauernschinken - oder auch der weltbekannte “Pu Erh“ aus der Provinz Yunnan. Schwarzteemischungen (sogenannte “Blends”) sind ebenfalls sehr beliebt, so sagt uns allen der klassische “English Breakfast Tea” etwas oder auch die “Ostfriesen Blattmischung“. Eine interessante Alternative zur orthodoxen Teeherstellung (wie in der Abbildung beschrieben) ist die CTC-Methode, die hauptsächlich in Afrika angewendet wird: Crush, Tear, Curl (engl. für „zerbrechen, zerreißen, rollen“) ermöglicht eine bessere industrielle Herstellung. Dabei wird die geerntete Teepflanze nach dem Welken mit einer Walze zerstört und kann schneller fermentieren. Der Koffeingehalt ist höher, der Geschmack schön kräftig (“Hatimara“). Auch beim Schwarzen Tee gibt es entkoffeinierte Sorten.


